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GERAKI - Festung und byzantinische Kirchen

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2019-05-19 2022-08-11 19.05.2019
Geraki Ruinenstadt 0024
­Geraki - Festung und byzantinische Kirchen

Die Burg steht auf einem niedrigen Hügel an den Südwesthängen des Berges Parnon in der Nähe des Dorfes Geraki. Sie wurde 1209 vom fränkischen Baron Guy de Nevelet erbaut. Nachdem die Franken 1250 in der Schlacht von Pelagonien dem Kaiserreich Nikaia unterlagen, ging die Burg 1262 in die Hand der Griechen über und verteidigte dank ihrer Lage das Despotat von Mystras (1262-1460). Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Burg von den Venezianern erobert, 1715 von den Türken besetzt und Ende des 18. Jahrhunderts endgültig aufgegeben.

Geraki Ruinenstadt 0022
­Geraki - Festung und byzantinische Kirchen

Der Mauerring ist im Süden breiter gebaut und mit zwei Wehrtürmen ausgestattet, von denen heute leider einer zur Hälfte verfallen ist. Die Festungsmauer im Nordosten ist noch von Zinnen gekrönt und im Inneren verläuft ein Wehrgang. In der Nähe ist eine gut erhaltene Zisterne zu erkennen. Eine Kirche und Reste von städtischen Gebäuden sind im Inneren der Festung erhalten, mehrere Ruinen von Gebäuden und Kirchen sind noch außerhalb des befestigten Gebietes vorhanden.

Geraki Festung 0003
­Geraki - Festung und byzantinische Kirchen

Seit vielen Jahren hat das 5. Ephorat für Byzantinische Altertümer des Griechischen Kultusministeriums Restaurierungsarbeiten durchgeführt, die seit einem Jahr an den Befestigungsmauern abgeschlossen sind. Auch die Kirchen und ihre Fresken im Inneren sind inzwischen restauriert.

Byzantinische Kirchen innerhalb und außerhalb der Festung

Agios Georgios Geraki 0004
Geraki - Bischofskirche, dem Heiligen Georgios

Im Inneren der Burg steht die einstige Bischofskirche, dem Heiligen Georgios geweiht, aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde auf einer Höhe von 400 Metern erbaut und bestand ursprünglich aus zwei Schiffen, erst im 14. Jh. wurde im Süden ein weiteres Schiff hinzugefügt und ein Narthex angebaut. Im Inneren steht links an der Nordwand ein reich dekorierter Baldachin mit ungewöhnlicher Ausstattung: ein Halbmond mit Sternen, ein Hinweis auf den Islam, sowie eine Lilie, die für das bourbonische Frankreich steht. Als bemerkenswert sind dort noch byzantinische Fresken aus dem 13. und 14. Jh. zu erwähnen. Besonders ins Auge fällt dem Betrachter die in der Apsiskonche dargestellte und von Erzengeln flankierte „Panagia Platytera“.

Zoodochos Pigi Geraki 0001
Geraki - Kirche der „Zoodochos Pigi“

Die einschiffige Kirche der „Zoodochos Pigi“ („lebensspendende Quelle“) ist mit Fresken aus dem späten 15. Jh. geschmückt.

Agia Paraskevi Geraki 0001
Geraki - Stadtkirche der Heiligen Paraskevi

Die befestigte Stadtkirche ist der Heiligen Paraskevi geweiht. Sie ist ebenfalls einschiffig angelegt und schließt oben mit einem Kreuzgewölbe ab. Das tonnengewölbte Querschiff hatte früher im Süden einen Narthex aus der 1. Hälfte des 15. Jh. Zu sehen ist eine Ikonostase mit einem vorgesetzten Bogen, der unter anderem mit fränkischen Tiermedaillons verziert ist. In der Apsiskonche ist die „Panagia“ dargestellt, darunter in der Rundung die 4 Hierarchen. Weitere Fresken befinden sich im Nord- und Südgewölbe mit Szenen aus dem Leben Christi. An der Westwand befinden sich Abbildungen des Kirchenstifters, der ein Modell der Kirche in der Hand hält, und seiner Familie.

Geraki Ruinenstadt 0015
Geraki - Festung und byzantinische Kirchen

Pera Ekklissies“ („auf den Feldern verstreute Kirchen“): Kirche des Propheten Elias, einschiffige Kirche mit Fresken des 15. Jh., - Dreikönigskirche mit Kreuzgewölbe und Fresken aus dem 13. Jh., - Kirche der Taxiarchen (Erzengel) mit Kreuzgewölbe und Fresken aus dem 15. Jahrhundert.

Byzantinische Kirchen des Dorfes Geraki

Geraki Stadt 0002
Geraki Stadt

Am Ortsrand steht die älteste Kirche von Geraki, die Kirche der „Panagia Evangelistria“ aus der Mitte des 12. Jh. Bei ihrem Bau wurden antike Spolien verwendet. An der Südwand ist eine Triglyphenplatte zu erkennen. Die besonders schönen, aber nur teilweise erhaltenen Fresken vom Ende des 12. Jh. gehören der Schule von Konstantinopel an. In der Kuppel ist der von Engeln umgebene Pantokrator zu sehen, darunter befinden sich mehrere Propheten. An der Nordwand ist die „Höllenfahrt Christi“, an der Westwand ist die „Kreuzigung“ dargestellt. Links und rechts der Ikonostase befinden sich die Heiligen Sozon und Panteleimon. Am Eingang wird der Betrachter von den Szenen der „Geburt Christi“ und dem „Einzug in Jerusalem“ empfangen.

Agios Sozon Geraki 0009
Geraki - Kirche des Heiligen Sozon

Die Kirche des Heiligen Sozon ist eine Kreuzkuppelkirche, im Inneren mit 4 Säulen, die das Zentrum eines griechischen Kreuzes bilden, das auch nach außen erscheint. Erbaut wurde die Kirche in der Zeit vom Ende des 12. bis Anfang des 13. Jh.. In die Außenwände sind Spolien aus dem antiken Geronthrai eingelassen. Im Inneren sind Fresken aus dem 13. Jh. erhalten. In der Apsiskonche ist eine Darstellung der „Panagia“ zu sehen, darunter in der Rundung das „Abendmahl“.

Geraki Stadt 0025
Geraki Stadt

Die größte Kirche von Geraki, gleichzeitig auch die Friedhofs-kirche des Dorfes, ist die des Heiligen Athanasios. Wiederum handelt es sich um eine im Inneren von 4 Säulen getragenen Kreuzkuppelkirche, die nach außen ein griechisches Kreuz bildet, ein sog. „eingeschriebener Typus“. Wahrscheinlich ist sie im 12. Jh. erbaut und der Innenraum ist mit Fresken aus dem 13. Jh. ausgestaltet. Eine „Panagia“ ist in der Apsiskonche dargestellt, darunter ist Christus als nackter Säugling auf einem Altar liegend zu sehen, dazu noch „Maria im Tempel“ und das „Abendmahl“.

Agios Nikolaos Geraki 0002
Geraki - Kirche des Heiligen Nikolaos

Aus dem 13. Jh. stammt die zweischiffige Kirche des Heiligen Nikolaos, die später noch ein Südschiff erhielt. Im Inneren weist sie hervorragende und gut erhaltene Fresken auf. Gleich links neben der Tür ist der Erzengel Gabriel zu sehen, in der ersten Nische links der Hl. Dimitrios als Drachentöter und in der Laibung der letzten Nische der Ortsheilige von Sparta „Agios Nikon“. An der Rückseite der gemauerten Ikonostase befindet sich eine sehr schöne Darstellung der „Maria von Ägypten“, welche gerade die Kommunion vom Mönch Sosimus empfängt. Auch diese Fresken stammen aus dem 13. Jh. und gehören der byzantinischen Schule von Konstantinopel („paläologische Renaissance“) an.

Geraki Stadt 0019
Geraki Stadt

Die Kirche des Heiligen Johannes Chrysostomos entstand im 13. Jh., gleichzeitig mit der Stadt, die zu dieser Zeit unter fränkischer Herrschaft stand. Die Fassaden dieser kleinen, einschiffigen Kirche wurden aus Bruchsteinen und Spolien erbaut. Mit eingebaut waren auch römische Inschriften und Skulpturen. Ebenfalls aus dem 13. Jh. sind die Fresken, die das gesamte Innere ausfüllen. In der Apsiskonche ist eine Darstellung der “Panagia Platytera“, im Gewölbe davor die „Himmelfahrt Christi“. Im übrigen Gewölbe verteilen sich Szenen aus dem Leben Jesu und Mariens, dem Eingang gegenüber sind die Heiligen Dimitrios, Georgios und Nikon, an der Westwand eine “Kreuzigung“ dargestellt. Unter den römischen Inschriften am Türpfosten befindet sich auch eine Marktverordnung des römischen Kaisers Diokletian aus dem Jahr 301 n. Chr..

Geraki Stadt 0004
Geraki Stadt